Business Unit Manager Theo Rauch
Interview | Berghof Testing

Sechs Fragen an Theo Rauch

27. Februar 2019

Theo Rauch ist Ingenieur mit Leib und Seele: Je komplexer und kniffliger die Aufgabe, umso mehr reizt ihn das Projekt. Kein Wunder, dass er praktisch sein gesamtes Berufsleben erfolgreich Projekte bei Berghof Testing realisiert hat – dem Spezialisten für intelligente Prüftechnologien. Denn Berghof ist mit seiner besonderen Geschichte und Kultur „ein Traumunternehmen“ für jede Vollblut-Ingenieurin und jeden Vollblut-Ingenieur. Nach vielen erfolgreichen Jahren als Projektleiter ist der Elektrotechnik-Ingenieur seit Mitte 2018 als Bereichsleiter der treibende Kopf des Geschäftsbereichs Berghof Testing.


1. Das Team von Berghof Testing ist von Kontinuität geprägt, Sie selbst sind – von einer kurzen Unterbrechung abgesehen – auch schon rund 30 Jahre dabei. Wie wichtig ist der Faktor Mensch aus Ihrer Sicht für den Erfolg von Berghof?

Aus meiner Sicht einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Wenn ein Projektteam optimal zusammengesetzt ist, entsteht diese ganz besondere, positive Dynamik, die der perfekte Nährboden für außergewöhnliche Ergebnisse ist. Wir haben bei Berghof in der gesamten Firmengruppe schon immer diesen Drang, Produkte und Lösungen anders – und damit besser – zu machen. Das macht uns beim Thema Engineering einfach sehr stark und ist der Grund, warum wir mit unseren Entwicklungen immer wieder unserer Zeit weit voraus sind. Und genau das ist es, was unsere Kunden an unserer Arbeit so schätzen: Wir verkaufen ihnen nicht einfach Produkte von der Stange, sondern wir entwickeln gemeinsam optimale Lösungen, die ihnen wichtige Vorteile verschaffen. Und deshalb sind uns nicht nur unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch unsere Kunden sehr treu.

2. Apropos entwickeln: Der Automotive-Bereich wandelt sich aktuell enorm, nicht nur durch die wachsende Bedeutung der E-Mobilität. Was bedeutet das für Berghof Testing?

Dass uns die Arbeit noch mehr Spaß macht, weil unsere Aufgaben heute komplexer und kniffliger denn je sind. Spaß beiseite: Wir beobachten, dass sich die Anforderungen unserer Kunden vor allen Dingen hinsichtlich der Parameter „Prüftiefe“ und „Automatisierungsgrad“ immer mehr steigern. Wir müssen also nicht nur immer auf der Höhe der Zeit bleiben, was die neuesten Technologien angeht – zum Beispiel im Bereich der Mess- und Analyseverfahren oder der Software. Wir müssen uns auch mehr denn je ganzheitlich in die Prozesse unserer Kunden hineindenken. Nur so gelingt es uns, dass unsere Prüfsysteme und Prüfmodule auch diese teilweise ganz neuen und immer komplexer werdenden Anforderungen optimal erfüllen. Wir empfinden diesen Wandel allerdings weniger als Bedrohung denn als Chance. Denn Berghof ist schon immer bekannt dafür, dass wir uns auch vor schwierigen Aufgaben nicht fürchten und so gerne wie gut neue Wege gehen. Das kommt uns jetzt in Zeiten, in denen sich die gesamte Automotive-Branche ein Stück weit neu erfindet, zugute.

3. Stichwort neue Wege: Die Individualität und Variantenvielfalt wird im Automobilbereich ständig größer. Welchen Einfluss hat dieser Trend auf die Arbeit von Berghof Testing?

Ganz generell erhöht das natürlich den Anspruch an die Flexibilität der Prüfeinrichtungen, auch weil die Komplexität der Prüflinge immer mehr zunimmt. Die Erwartung ist heute nach wie vor eine absolut zuverlässige Qualitätskontrolle, die aber zusätzlich auch absolut unabhängig von Randbedingungen wie zum Beispiel der menschlichen Tagesform ist – und sich zudem schnell und einfach an wechselnde Prüflinge anpassen lässt. Das erfordert manchmal auch radikal andere Wege – und natürlich, wie bereits erwähnt, das richtige Team.

4. Bei allem Wandel: Gibt es aus Ihrer Sicht auch wichtige Aspekte, die jeden Technologiesprung überdauern?

Ja, auf jeden Fall. In unserem Bereich spielt das Thema Vertrauen schon immer eine ganz zentrale Rolle – sicher auch deshalb, weil wir als wichtiger strategischer Partner der großen Automobilhersteller sehr früh in deren streng geheime Zukunftspläne eingeweiht sind. Da ist das persönliche Vertrauen in das Können und die Zuverlässigkeit des Projektteams natürlich enorm wichtig. Aber neben dieser zwischenmenschlichen Komponente geht es beim Thema Vertrauen aus meiner Sicht auch noch um einen ganz grundsätzlichen Aspekt: Unsere Prüfsysteme  und -module entscheiden ja letztlich darüber, ob ein Bauteil oder eine Baugruppe in den Punkten Qualität und Sicherheit in Ordnung ist und direkt den Weg zum Endkunden findet. Diese große Verantwortung ist uns sehr bewusst – und der Grund, warum wir bei allem, was wir tun, mit größtmöglicher Präzision und Sorgfalt arbeiten und selbst die verheißungsvollsten neuen Technologien erst auf Herz und Nieren testen, bevor wir sie einsetzen. Denn wie sagte schon Otto von Bismarck: Vertrauen ist eine zarte Pflanze. Ist es zerstört, kommt es so schnell nicht wieder.

5. Sie haben damals direkt nach Ihrem Studium bei Berghof angefangen. Warum sollten junge Absolventinnen und Absolventen von heute den gleichen Schritt machen?

Natürlich hat sich in den letzten 30 Jahren sehr viel verändert, auch bei Berghof. Aber eines ist gleich geblieben: Berghof ist ein Traumunternehmen, gerade für Absolventinnen und Absolventen. Wir haben schon in agilen Teams gearbeitet, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Bei uns hat auch jede Stimme Gewicht und wir lassen unserem Nachwuchs bewusst die Freiräume, um eigene Ideen einzubringen. Denn wir wissen aus Erfahrung: Es ist gerade die Mischung aus erfahrenen Kräften und den „jungen Wilden“, die ein Projekt zum Erfolg macht. Und weil das schon immer so war, stellen das auch die „alten Hasen“ nicht in Frage – schließlich haben ja viele von ihnen, so wie ich, auch als „junge Wilde“ bei Berghof angefangen.

6. Permanent komplexe und knifflige Aufgaben zu lösen, macht zwar Spaß, kostet ja aber auch viel Kraft. Woraus schöpfen Sie neue Kraft?

Ich bin sehr gern mit dem Rad unterwegs, sowohl im Alltag als auch in der Freizeit. Denn auf mich hat diese gleichmäßige Bewegung in der Natur eine fast schon meditative, beruhigende Wirkung. Seit einigen Jahren haben meine Frau und ich außerdem eine gemeinsame Leidenschaft entdeckt – das Tanzen. Dabei haben es uns weniger die klassischen Paartänze, sondern mehr die modernen Gesellschaftstänze angetan. Der Reiz dabei: Hier müssen sich alle auf der Tanzfläche immer wieder auf eine andere Person einstellen. Das heißt, du musst immer voll bei der Sache sein. Für mich gibt es nichts Besseres, um abzuschalten.