Wolfgang Bock
Interview | Berghof Testing

Sechs Fragen an Wolfgang Bock

12. November 2019

Ein ganzes Berufsleben in den Diensten einer Unternehmensgruppe – und dennoch immer wieder spannende, neue Herausforderungen: Wolfgang Bock, seit 1986 Projektleiter im heutigen Geschäftsbereich Berghof Testing, ist gleich nach seinem Studium der technischen Informatik zu Berghof gekommen. Ende des Jahres geht er nach fast 40 Jahren in den Ruhestand. Was ihn immer wieder beflügelt hat und warum er dem Unternehmen über diese lange Zeit treu geblieben ist, erklärt das Berghof-Urgestein im Interview.

1. Als sie 1980 bei Berghof angefangen haben, ging es ja zunächst gar nicht um Ihr heutiges Aufgabengebiet. Was war denn in der Anfangszeit Ihre Aufgabe?

Wir haben uns damals als einer der Pioniere in der industriellen Automatisierung mit Automatisierungslösungen aller Art beschäftigt, unter anderem mit automatischen Sortieranlagen. Ich habe zunächst einige Jahre in der Entwicklung, später dann in der Projektierung gearbeitet. Wir waren alles junge Ingenieure, haben bei Soft- und Hardware immer wieder absolutes Neuland betreten, hatten keinen technischen Fundus, dessen wir uns hätten bedienen können. Eine wirklich spannende Zeit!

2. Klingt so. Nur wenig Erfahrungswerte, keine älteren Kollegen, um sich einen Rat einzuholen – hat Sie das denn nicht manchmal auch belastet?

Eigentlich nicht, mich hat das sogar eher beflügelt. Für mich haben neue Dinge – Technologien, Systeme, Prozesse – schon immer einen großen Reiz gehabt. Ich finde es absolut faszinierend, technische Lösungen von Grund auf neu zu entwickeln. Wahrscheinlich habe ich mich deswegen auch im Bereich Berghof Testing, zu dem ich seit 1996 gehöre, immer so wohl gefühlt. Denn für uns ist es ja eigentlich fast schon Standard, den Markt immer wieder mit neuen, wegweisenden Innovationen zu überraschen – wie zuletzt mit unserem „Smart Component Tester (SCoT)“ zur optischen Prüfung von Komponenten mittels 3-D-Scan oder unserem ersten BLDC-Dauerlaufprüfstand mit Ölbad.

3. Sie als „Berghof-Urgestein“ müssen es ja wissen: Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür, dass die verschiedenen Unternehmen und Bereiche der Berghof Gruppe immer wieder durch wegweisende Innovationen ihrer Zeit teils weit voraus waren und sind?

Das hat sicher mit unserer besonderen Geschichte zu tun: Wir sind ja aus einem Forschungsinstitut entstanden, und die Lust am Forschen ist einfach Teil der „Berghof DNA“. Genau wie der intensive Austausch über die einzelnen Bereiche der Gruppe hinweg. So habe ich, neben unzähligen Anlagen für unsere Kunden in verschiedenen Branchen, zum Beispiel auch spezielle Prüfsysteme für den internen Gebrauch bei Berghof Fluoroplastics und Berghof Membranes entwickelt und gebaut.

4. Der Bereich Testing gilt allerdings selbst in der traditionell innovationsstarken „Berghof-Familie“ als besonders innovativ. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Das hat meines Erachtens vor allen Dingen mit unseren Kunden zu tun. Wenn diese bei uns ein Prüfmodul oder ein Prüfsystem anfragen, dann geht es dabei fast immer um neue Produkte oder Technologien, die manchmal erst in ein paar Jahren auf den Markt kommen. Das bedeutet für uns: Wir können zwar, nach fast 40 Jahren Erfahrung in diesem Bereich, auf einen großen technischen Fundus zurückgreifen – wir müssen aber immer auch neue Wege gehen.

5. Das setzt großes Vertrauen der Kunden voraus. Worauf basiert dieses Vertrauen in Berghof Testing aus Ihrer Sicht?

Wir sind schon immer dafür bekannt, dass wir technologisch einfach Spitze sind – und Lösungen finden, die auch optisch aus einem Guss sind und dem Anwender maximale Leistung und Bedienkomfort bieten. Deshalb haben wir viele Stammkunden, die uns immer wieder ihr Vertrauen schenken und uns weiterempfehlen. Was mindestens genauso wichtig ist: Bei uns herrscht ein echtes Miteinander, wir bündeln immer die geballte Kompetenz für unsere Projekte. Das ist nicht nur gut für unsere Kunden, es sorgt auch für ein sehr gutes Arbeitsklima – das spürt auch die junge Generation bei uns und wird sicher dafür sorgen, dass es auch in Zukunft so bleibt.

6. Apropos Zukunft: Für Sie beginnt ja bald mit dem Ruhestand ein ganz neues Kapitel. Aber der Reiz am Austüfteln neuer Lösungen wird Sie sicher auch hier begleiten – oder?

Auf jeden Fall! Wie heißt es so schön: Einmal Ingenieur, immer Ingenieur. Ich begeistere mich zum Beispiel schon immer für Modelleisenbahnen und habe großen Spaß daran, etwa eigene Elektronik-Schaltungen umzusetzen. Natürlich werde ich auch regen Kontakt mit dem Testing-Team halten und bestimmt das eine oder andere Mal meine grauen Zellen mit anstrengen, um eine Herausforderung gemeinsam zu lösen. Damit ich auch körperlich fit bleibe, will ich auch noch mehr als bisher mit meinem Fahrrad auf Tour gehen und im Fitness-Studio trainieren. Langweilig wird es mir also sicher nicht werden.